Zwei Texte vergleichen

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Zwei Fassungen desselben Textes, und immer dieselbe Frage: Was hat sich geändert? Nebeneinanderlegen funktioniert auf einer Seite, nicht bei einem fünfzehnseitigen Vertrag, den die Gegenseite mit dem Hinweis auf „ein paar kleine Anpassungen“ zurückschickt. Dieses Werkzeug nimmt links die Ausgangsfassung und rechts die geänderte Fassung und listet auf, welche Zeilen entfallen und welche hinzugekommen sind.

Der Vergleich beruht auf der längsten gemeinsamen Teilfolge, berechnet über Zeilen. Alles, was beide Texte teilen, bleibt eingerückt stehen; der Rest erscheint mit einem Minuszeichen für das Original und einem Pluszeichen für die neue Fassung. Die Überschrift des Ergebnisses nennt die Zahl der hinzugefügten und der gelöschten Zeilen und weist ausdrücklich darauf hin, wenn beide Texte identisch sind.

Beide Felder werden durch Einfügen gefüllt: kein Dateiimport, kein Konto. Die Berechnung läuft vollständig im Browser-Tab, was eine unmittelbare Folge hat — sie verbraucht den Arbeitsspeicher Ihres Rechners, und eine Größensperre schützt den Browser vor übergroßen Vergleichen. Die Schaltfläche stößt die Berechnung so oft neu an, wie Sie es brauchen.

So funktioniert es

  1. Die Ausgangsfassung links einfügen Das linke Feld ist die Bezugsgröße: Die mit einem Minuszeichen angezeigten Löschungen sind genau die Zeilen, die dort stehen und rechts fehlen.
  2. Die geänderte Fassung rechts einfügen Das rechte Feld liefert die hinzugefügten Zeilen. Wer die beiden Felder tauscht, dreht die Leserichtung des gesamten Ergebnisses um.
  3. Den Text in kurze Zeilen zerlegen Verglichen werden ganze Zeilen: Ein in einem Stück eingefügter Block kommt vollständig gelöscht und anschließend vollständig hinzugefügt zurück, was nichts Brauchbares aussagt.
  4. Auf „Starten“ klicken Das Ergebnis erscheint unter den beiden Feldern in einem scrollbaren Rahmen, dessen Titel die Zahl der hinzugefügten und gelöschten Zeilen trägt.
  5. Die farbigen Blöcke durchgehen Gemeinsame Zeilen sind lediglich eingerückt, gelöschte und hinzugefügte farbig hinterlegt. Eine geänderte Zeile erscheint zweimal, einmal auf jeder Seite.

Der verwendete Algorithmus

Beide Texte werden an den Zeilenumbrüchen zerlegt, dann berechnet die Seite ihre längste gemeinsame Teilfolge mit dynamischer Programmierung: Eine Tabelle aus 32-Bit-Ganzzahlen der Größe (n+1) mal (m+1) wird vom Ende her gefüllt, und jede Zelle hält fest, wie lang die längste noch folgende Reihe gemeinsamer Zeilen ist. Anschließend wird der Weg vom Anfang her erneut abgeschritten, um daraus die Folge der Operationen zu erzeugen.

Der Aufwand ist dem Produkt der beiden Zeilenzahlen proportional, in der Zeit wie im Speicher. Eine Sperre verweigert den Vergleich, sobald dieses Produkt vier Millionen übersteigt, mit einer Meldung, die die Texte für den zeilenweisen Vergleich als zu lang bezeichnet und die Grenze bei rund zweitausend Zeilen je Seite ansetzt. Maßgeblich ist wirklich das Produkt: Zweitausend Zeilen gegen zweitausend gehen durch, fünfhundert gegen achttausend ebenfalls, und die Tabelle belegt dann etwa 15 MB. Stehen beide Richtungen gleich, wird die Löschung vor der Hinzufügung ausgegeben — eine geänderte Zeile erscheint deshalb als entfernte Zeile, gefolgt von der Zeile, die sie ersetzt.

Die Granularität: die Zeile, nicht das Wort

Zwei Zeilen gelten nur dann als gleich, wenn ihre Zeichenketten exakt übereinstimmen. Ein Komma, eine Großschreibung oder ein einzelnes Leerzeichen am Zeilenende genügt, damit die ganze Zeile auseinanderfällt. Es gibt weder eine Hervorhebung des geänderten Wortes innerhalb der Zeile noch eine Option, die Groß- und Kleinschreibung oder die Leerräume zu ignorieren.

Die Vorbereitung des Textes entscheidet deshalb über den Nutzen. Ein Vertrag, der als drei riesige Absätze eingefügt wird, ergibt drei Zeilen und ein wertloses Ergebnis; derselbe Vertrag mit einem Paragrafen je Zeile ergibt einen lesbaren Vergleich, in dem nur die tatsächlich berührten Klauseln hervortreten. Vor dem Einfügen nach jedem Punkt einen Umbruch zu setzen, verändert das Ergebnis grundlegend. Eine Zerlegung Wort für Wort bläht die Tabelle dagegen sehr schnell auf und läuft geradewegs in die Sperre.

Die Unterschiede, die das Auge nicht sieht

Die häufigste Überraschung: Alles wird als geändert gemeldet, obwohl beide Texte auf dem Bildschirm gleich aussehen. Die Ursache ist fast immer ein unsichtbares Zeichen. Zerlegt wird allein am Zeilenvorschub, weshalb eine unter Windows gespeicherte Datei am Ende jeder Zeile einen Wagenrücklauf behält und, gegen dieselbe Fassung mit Unix-Zeilenenden gehalten, auf einen Schlag überall abweicht.

Im Deutschen kommen eigene Fallen hinzu:

Aus einem PDF gezogener Text bringt weitere Fallen mit: erhaltene Silbentrennung, Ligaturen, Zeilenumbrüche, die dem Satzspiegel statt den Sätzen folgen. Schicken Sie im Zweifel beide Fassungen durch einen reinen Texteditor, bevor Sie sie hier einfügen.

Wofür sich dieses Werkzeug eignet und wofür nicht

Es zahlt sich aus bei einem Vertrag, der geändert zurückkommt, bei zwei Ständen einer Abschlussarbeit vor und nach der Durchsicht durch die Betreuerin, bei einer von der Rechtsabteilung überarbeiteten AGB-Klausel, bei einer Musterkorrespondenz, die eine Kollegin angefasst hat, oder bei der Prüfung, ob eine Übersetzung noch dem letzten Stand ihres Ausgangstextes folgt.

Anderswo passt es weniger. Für ein Word-Dokument liest die eingebaute Vergleichsfunktion die Struktur der Datei und die Änderungsverfolgung — beides zerstört das Kopieren und Einfügen. Für Code unter Versionsverwaltung zeigt ein eigenes Diff-Werkzeug Kontext und Historie. Für zwei PDF muss der Text zuerst extrahiert werden. Zusammenführen kann dieses Werkzeug ebenfalls nicht: Es zeigt die Abweichungen, ohne daraus eine konsolidierte Fassung zu erzeugen.

Häufige Fragen

Warum kommt mein ganzer Text gelöscht und sofort wieder hinzugefügt zurück?

Weil er keinen einzigen Zeilenumbruch enthält und damit eine einzige Zeile bildet, die als Block für verschieden erklärt wird. Setzen Sie in beiden Feldern nach jedem Satz oder nach jedem Paragrafen einen Umbruch und starten Sie den Vergleich erneut.

Eine Zeile, in der ich ein einziges Wort geändert habe, erscheint zweimal.

Das ist das erwartete Verhalten: Der Vergleich steigt nicht unter die Zeile hinab. Sie sehen die alte Fassung mit einem Minuszeichen und darunter die neue mit einem Pluszeichen; welches Wort abweicht, müssen Sie selbst erkennen.

Die Meldung über zu lange Texte erscheint. Was nun?

Das Produkt der beiden Zeilenzahlen hat vier Millionen überschritten. Vergleichen Sie kapitelweise oder abschnittsweise: Zwei Blöcke zu je tausend Zeilen gehen ohne Schwierigkeiten durch.

Beide Texte sehen gleich aus, trotzdem ist alles markiert.

Suchen Sie nach unsichtbaren Zeichen: Wagenrückläufe aus einer Windows-Datei, geschützte Leerzeichen aus einer Textverarbeitung, typografische Anführungszeichen, Leerzeichen am Zeilenende. Auch ein „daß“ gegen ein „dass“ genügt. Ein Durchgang durch einen reinen Texteditor macht die meisten dieser Unterschiede unschädlich.

Lassen sich Groß- und Kleinschreibung oder die Zeichensetzung ignorieren?

Dafür gibt es keine Option, der Vergleich ist streng wörtlich. Wenn Ihnen allein die Schreibweise gleichgültig ist, setzen Sie beide Texte vorher mit dem Schreibweisen-Umwandler dieses Angebots auf Kleinbuchstaben und fügen Sie erst dann ein.

Lässt sich das Ergebnis herunterladen?

Es gibt keine Exportschaltfläche: Der Bericht steht in einem scrollbaren Rahmen, den Sie markieren und kopieren können. Der Eintrag im lokalen Verlauf hält nur die Zahl der hinzugefügten und gelöschten Zeilen fest, nie deren Inhalt.

Kann ich zwei Fassungen eines vertraulichen Vertrags hier vergleichen?

Ja, der Text wird an keinen Dienst geschickt: Beide Felder werden ausschließlich durch Einfügen gefüllt, es gibt weder Dateiimport noch Konto noch Anmeldung, und die Berechnung der längsten gemeinsamen Teilfolge läuft vollständig im geöffneten Tab. Die verbleibende Schwachstelle liegt vor dem Werkzeug: Ein Zwischenablage-Manager oder eine geräteübergreifende Synchronisierung der Zwischenablage bekommt den Vertragstext zu sehen, bevor er hier überhaupt ankommt. Schalten Sie beides ab, wenn die Sache heikel ist.

Werden die Unterschiede farbig angezeigt?

Ja. Gemeinsame Zeilen stehen lediglich eingerückt, gelöschte und hinzugefügte sind farbig hinterlegt und tragen ein Minus- beziehungsweise ein Pluszeichen; die Überschrift des Rahmens nennt die Zahl beider und meldet ausdrücklich, wenn die Texte identisch sind. Welche Seite dabei welche Farbe bekommt, hängt allein davon ab, wo Sie welche Fassung einfügen: Das linke Feld ist die Bezugsgröße, und wer die Felder tauscht, dreht die Leserichtung des gesamten Ergebnisses um.

Kann ich zwei Word-Dateien oder zwei PDF vergleichen?

Nicht unmittelbar, denn es gibt keinen Dateiimport – beide Felder werden ausschließlich durch Einfügen gefüllt. Bei zwei Word-Dokumenten fahren Sie mit der eingebauten Vergleichsfunktion besser, weil sie die Struktur der Datei und die Änderungsverfolgung liest, die beim Kopieren verloren gehen. Aus einem PDF muss der Text zuerst herausgelöst werden, und rechnen Sie dann mit Trennstrichen, die mitten im Wort stehen bleiben, und mit Zeilenumbrüchen, die dem Satzspiegel folgen statt den Sätzen.

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